Ein Bericht von Jan Peter Steppat aus der SZ
Ein Schulwechsel kann für Schüler zum Problem werden. Beim Weg von der Gemeinschaftsschule aufs Gymnasium soll dieser jetzt erleichtert werden.
„Es geht um den guten Übergang.“ Mit diesen wenigen Worten skizzierte Carokin Heine aus dem Fachbereich Jugend, Schulen und Familien der Wangener Stadtverwaltung den Sinn einer geplanten Kooperation zwischen der Gemeinschaftsschule der Stadt und dem vom Kreis getragenen Beruflichen Schulzentrum (BSW). Das ermöglicht das Schulgesetz des Lan des. Demnach dürfen auf Grund von Vereinbarungen Gemeinschaftsschulen ohne gymnasiale Oberstufe Kooperationen mit beruflichen Gymnasien eingehen - und beide Wangener Schulen streben das an.
Der Gemeinderat nahm davon am Montagabend Kenntnis, zu beschließen brauchte er nichts. Dafür ist zum einen die Zustimmung der Gesamtlehrer- und Schulkonferenzen beider Schulen nötig und anschließend über das Staatliche Schulamt in Markdorf die Genehmigung des Re gierungspräsidiums. Markdorf habe bereits grünes Licht signalisiert, heißt es in der Verwaltungsvorlage.
Dass die geplante Kooperation auch auf breite Zustimmung im Stadtparlament stößt, zeigte sich am fehlenden Widerspruch und an positiven Äußerungen von OB Michael Lang, BSW Schulleiter Patrick Well (GOL und Grüne) sowie BSW-Lehrer Johannes Sonthei (CDU). „Das Berufliche Schulzentrum ist ein solider Partner für unsere Mittelschulen“, erklärte der Rat hauschef. „Wir brauchen diese Durchlässigkeit“, sagte Well. Und: „Wir erhoffen uns, dass da von auch unsere Handwerkerklassen profitieren“, ergänzte Sontheim.
Doch was wird die Zusammenarbeit von BSW und GMS in der Praxis bedeuten? Das zeigte Carolin Heine auf: Danach sollen Gemeinschaftsschüler künftig auch am Unterricht am Beruf lichen Schulzentrum teilnehmen können. Gemeinsame Projekte sind ebenso vorgesehen wir Informationsveranstaltungen vor dem Übergang aufs berufliche Gymnasium. Ferner wollen sich die Lehrkräfte über die jeweiligen Fächer und Lehrpläne austauschen und BSW-Schüler den Jüngeren von der GMS durch Einblicke in den Alltag den Start erleichtern.
Damit nicht genug. Den grünen Haken des Regierungspräsidiums vorausgesetzt, erfährt die GMS auch durch eine Ergänzung ihres Namens eine Aufwertung. Sie heißt dann ganz offiziell „Gemeinschaftsschule Wangen im Allgäu mit gymnasialer Oberstufe im Verbund“.
Das könnte auch für die Grund- und Werkrealschule Niederwangen über kurz oder lang in ähn licher Form gelten. Laut Carolin Heine sei auch hier eine Zusammenarbeit mit dem BSW an gestrebt. Ein Konzept gebe es aber noch nicht. Patrick Well wies überdies auf ähnliche Optio nen für die Wangener Realschule hin.
